Kaum eine andere Methode zeigt die emotionale Vernetzung einzelner Familienmitglieder und deren Schicksal untereinander in aller Ehrlichkeit so klar wie die systemische Aufstellungsarbeit, das Familienstellen. Denn die hierarchische Familienstruktur entspricht selten dem eigenen Bild, der emotionalen Verbindung innerhalb der Familie. Diese emotionale Vernetzung und das daraus resultierende Problem finden wir genauso in anderen systemischen Konstellationen wie Partnerschaft, Beruf und Arbeitwelt, sogar im eigenen Organsystem unseres Körpers.
Homöopathie ist die ideale Ergänzung zur üblichen systemischen Aufstellungsarbeit. Es wird während der Aufstellung homöopathische Arznei den Einzelnen in die Hände gegeben, die die kompensierende emotionale Bindung sofort freisetzen.
Es ist nicht Sinn des Lebens und der Wille unserer Ahnen, dass wir ihr Schicksal wiederholen um es Angeblich wieder gut zu machen. Dies wäre eine Anmassung unsererseits. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind dem Leben verpflichtet unsere eigene Individualität zu ergründen und unsere Fähigkeiten in die Welt zu bringen zu Wohle für uns und der Menschheit ja der ganzen Schöpfung. Damit erlangen wir den Segen und Unterstützung unserer Ahnen
Prägende Erlebnisse eines jeden Menschen sind die Grundlage für seine Verhaltensmuster und die daraus entstehenden Blockaden und Krankheiten. Durch die Wiederholung dieser prägenden Erlebnisse in einer Aufstellung und die homöopathischen Arznei können Erkenntnisprozesse und Auflösung dieser festgefahren Muster erreichen.
Damit werden alte Prägungen auflösbar und zu Gunsten von persönlicher Freiheit insbesondere Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit verändert. Die über sich selbst bestimmende Persönlichkeit gewinnt an Sicherheit je mehr traumatische Zustände in ihr aufgelöst sind.
Systemisches Gedicht von Norbert Mayer : Die angemasste Schuld
Wer Schuld sich anmasst und dafür erduldet, büsst und sühnt, der fühlt sich gut, denn er erwirkt Verdienste, - glaubt er - die ihm drüben auf sein Leidenskonto gutgeschrieben werden.
So ist doch bei allem Unglück, das angemasste Schuld ihm bringt, recht glücklich mit dem selbstgewählten Los und recht vergnügt in solchem Wahn.
Ja manchmal, wenn das Leid besonders schwer ihn drückt, dünkt er sich was Besonderes, in seinem Rausch fast heilig.
Drüben angekommen, pocht er auf die Verdienste seiner Sühne: Dass er nach bestem Wissen und Gewissen den Erdenweg durchlitten habe. Doch drüben die, - ob Himmel oder Hölle -, sie sagen ihm ernüchternd:
Du Mensch hast dumm getan!
Was nützt dir all die Busse für angemasste Schuld? Ein Nichts!
Und auch nicht dem, für den du sühntest, bracht` es Nutzen. Elend dein Dasein, Traurig, voller Tränen, unfrei und ohne Würde.
Nicht nach dem Gewissen, das dich überkam, gilt es zu leben, vielmehr nach dem Gesetz, nach dem du angetreten bist - und das du gebrochen.
Damit den Sinn, das Glück und die Bestimmung, Mensch zu sein, verfehlt.
Dem fügen sie dann noch hinzu:
Das Unglück ist ein leerer leichter Sack und daher leicht zu tragen. Ein prall gefüllter Sack dagegen ist das Glück. Und dieses ist für viele viel zu schwer.